WhatsApp-Benutzername: 2026 und was Unternehmen jetzt wissen müssen

January 26, 2026

Was ändert sich mit der Einführung von WhatsApp-Benutzernamen für Unternehmen?

WhatsApp steht vor einer der größten funktionalen Veränderungen seit Bestehen der Plattform: der Einführung von WhatsApp-Benutzernamen. Bisher war die Kommunikation stets untrennbar mit der Telefonnummer verbunden. Dies ändert sich nun grundlegend.

Mit der Einführung von Benutzernamen können Nutzer künftig mit anderen chatten, ohne ihre Telefonnummer preiszugeben. Dies ist ein gewaltiger Schritt in Richtung Privatsphäre und macht die Plattform kompatibler mit dem allgemeinen Trend, persönliche Daten nicht mehr sofort im Erstkontakt teilen zu wollen. 

Was ist ein WhatsApp-Benutzername? 

Quelle: Whatsapp Overview for Clients by META, 01/2026

Ein WhatsApp Benutzername ist eine neue, frei wählbare Identitätsvariante auf der Plattform, ähnlich wie man es von Telegram oder Instagram gewohnt ist. 

Der zentrale Effekt: Wenn ein Nutzer seinen Benutzernamen aktiviert, wird die Telefonnummer gegenüber Unternehmen standardmäßig verborgen. WhatsApp reagiert damit auf einen realen Nutzerwunsch nach mehr Kontrolle über persönliche Informationen und adressiert ein Datenschutzproblem, das durch die zwingende Angabe der Telefonnummer entstand. Künftig fühlen sich Nutzer sicherer, auch geschäftlich über WhatsApp zu kommunizieren. Die Änderung betrifft nicht nur Privatpersonen, sondern insbesondere:

  • Unternehmen, die die WhatsApp Business Plattform (Cloud API) nutzen.
  • Partner und Tech-Anbieter mit WhatsApp-Integrationen.
  • Advertiser, die Click-to-WhatsApp-Ads (CTWA) schalten.
  • CRM- und Messaging-Automation-Systeme.

Denn die WhatsApp Benutzernamen verändern die Identifikation, die Datenschutzlogik und technische Workflows von Grund auf.Auch Unternehmen können Usernames nutzen, um ihre Markenpräsenz zu stärken und die Auffindbarkeit über die Suche zu vereinfachen. Für verifizierte Unternehmen (blauer Haken) bleibt der Schutz ihrer Marke weiterhin gewährleistet. 

Quelle: Whatsapp Overview for Clients by META, 01/2026

Die wichtigste technische Neuerung: 

Die größte technische Herausforderung für Unternehmen ist die Business-Scoped User ID  auch BSUID, die WhatsApp einführt. Dies ist eine eindeutige Kennung, die Unternehmen zur Verfügung gestellt wird, wenn eine Person einen Benutzernamen aktiviert und somit ihre Telefonnummer verbirgt.

Die BSUID wird benötigt, weil die WhatsApp-Plattform-Cloud API bisher stark auf Telefonnummern als primären Identifikator basierte. Fällt die Nummer weg, wird eine stabile, übertragbare und CRM-fähige User-ID notwendig – eben die BSUID.

Quelle: Whatsapp Overview for Clients by META, 01/2026

Was bedeutet „Business-Scoped“?

Es ist ein datenschutzfreundliches Prinzip: Ein und derselbe Nutzer erhält von jedem Unternehmen, mit dem er kommuniziert, eine andere ID. Unternehmen A sieht beispielsweise "AAA55331B", während Unternehmen B "DDC91135R" sieht. Der Kunde kann somit nicht über Unternehmensgrenzen hinweg getrackt werden, was den Datenschutz massiv stärkt. Unternehmen verlieren im Gegenzug Cross-Business-Matching-Möglichkeiten, wenn sie sich ausschließlich auf die BSUID verlassen.

Quelle: Whatsapp Overview for Clients by META, 01/2026

Achtung: Konsequenzen bei fehlender BSUID-Implementierung

WhatsApp warnt ausdrücklich: Wenn Partner und Businesses die BSUID nicht implementieren, brechen bestimmte Messaging-Flows. Konkret betroffen sind:

  • Der Empfang von Nachrichten aus Click-to-WhatsApp-Ads.
  • Der Empfang von Service-Nachrichten.

Gerade diese Punkte sind für Performance-Marketing und Support im Unternehmensalltag essenziell. Was passiert mit der Telefonnummer?

Die Telefonnummern verschwinden nicht, sie bleiben Teil von WhatsApp. Allerdings wird die Nummer bei Nutzern, die einen Benutzernamen verwenden, standardmäßig nicht mehr sichtbar sein. Unternehmen können jedoch weiterhin Nachrichten an bekannte Nummern senden, falls diese bereits im System gespeichert sind.

Für den Übergang plant WhatsApp eine „Grace Period“ von 30 Tagen: Die Telefonnummern werden für 30 Tage nach der letzten Interaktion zwischen Business und Nutzer automatisch zurückgegeben.

Die Checkliste mit den wichtigsten 4 Schritten für Unternehmen: 

  1. Audit (Sofort): Überprüfe, wo die Telefonnummer derzeit als Unique Identifier genutzt wird und welche Systeme ohne Nummer „crashen“ könnten.
  2. Architektur-Update: Führe die BSUID als neues Feld in Ihrem CRM ein und stelle eine Mapping-Logik sicher, die sowohl Telefonnummern (Nicht-Username-Nutzer) als auch BSUID (Username-Nutzer) verarbeiten kann.
  3. Bot- und Journey-Update: Implementiere eine Fallback-Logik für fehlende Telefonnummern und berücksichtige einen nativen Flow zur Nummernfreigabe, falls die Nummer zwingend benötigt wird.
  4. Username Strategy: Bereite den Namens-Claim für deinen Business-Username vor. Konsolidiere deine Handles und Markennamen, um Brand Protection und ein einheitliches Naming über alle Kanäle hinweg zu gewährleisten.

Zeitplan: Erste Ländertests sollen ab Juni 2026 beginnen, wonach ein schrittweiser, globaler Rollout folgt. Ab Juni 2026 können API Businesses ihren Business Benutzernamen claimen.

Fazit: Die Einführung der WhatsApp Usernames ist weit mehr als nur ein nettes Feature. Es ist eine Plattform-Verschiebung hin zur Privacy-First-Identifikation und ein klarer Business-Gamechanger. Wer frühzeitig die BSUID integriert und seine Systeme anpasst, sichert sich frictionless Messaging, baut Vertrauen durch Datenschutz auf und stärkt das eigene Branding auf WhatsApp massiv. Wer dies versäumt, riskiert unterbrochene Messaging-Flows und den Verlust wertvoller Leads. 

No items found.